Thermobecher Geschichte

Thermobecher, was ist das überhaupt?

Eigentlich kannte ihn niemand, aber dann war er auf einmal da. Vor zehn Jahren hätten 99,9 % der Deutschen einen nur fragend angesehen, wenn man sie nach einem Thermobecher gefragt hätte. Wahrscheinlich hätte man als Antwort sowas wie “Das heißt nicht Thermobecher sondern TherMOSbecher … und ist im übrigen eine Thermoskanne.” erhalten.

Was ihr von unserer Thermobecher Serie erwarten könnt

In dieser Artikel-Serie geht es im Wesentlichen um die folgenden Inhalte:

  • Geschichte des Thermobechers (direkt zum Beitrag)
  • Arten von Thermobechern
  • Gängige Modelle und Kriterien beim Kauf
  • Vorteile eines Thermobechers
AngebotBestseller Nr. 1
Emsa 515615 Travel Mug Classic Grande | Thermobecher | Isolierbecher | 500ml | hält 6h heiß, 12h kalt | 100% dicht | auslaufsicher | Quick-Press-Verschluss | 360°-Trinköffnung | Schwarz
  • Stundenlanger Geschmack von frisch gebrühtem Kaffee dank konstanter Temperatur und luftdichtem Verschluss
  • Mobilität: Trinken von jeder Seite durch 360° Öffnung, 100 Prozent dicht, Einhandbedienung zum Öffnen und Schließen
  • 6h heiß/12h kalt; Keine verbrannten Finger dank hochwertigem; Vakuumisoliertem Edelstahlkolben; Angenehmer Tragekomfort; Attraktive; gummierte Manschette
  • Spülmaschinenfest; Druckknopf-Verschluss mit Farbmarkierung (offen/zu): Optimale Reinigung durch Zerlegung des Deckels in zwei Teile
  • Lieferumfang: 1 Emsa Isolierbecher Travel Mug Grande Schwarz mit Silikon Manschette, PP
AngebotBestseller Nr. 2
Emsa 513357 Travel Mug Classic Thermo-/Isolierbecher, Fassungsvermögen: 360 ml, hält 4h heiß/ 8h kalt, 100% dicht, auslaufsicher, Quick-Press-Verschluss, 360°-Trinköffnung, blau
  • Stundenlanger Geschmack von frisch gebrühtem Kaffee dank konstanter Temperatur und luftdichtem Verschluss
  • Mobilität: Trinken von jeder Seite durch 360° Öffnung, 100% dicht, Einhandbedienung zum Öffnen und Schließen
  • 4h heiß/8h kalt; Keine verbrannten Finger dank hochwertigem; Vakuumisoliertem Edelstahlkolben; Angenehmer Tragekomfort; Attraktive; gummierte Manschette; Spülmaschinenfest; Druckknopf-Verschluss mit Farbmarkierung (offen/zu): Optimale Reinigung durch Zerlegung des Deckels in zwei Teile
  • Lieferumfang: 1 Emsa Isolierbecher Travel Mug Blau mit Silikon Manschette, PP
  • Thermo/mobiler Kaffeebecher mit Quick Press Verschluss

 

Warum ich mich so intensiv mit wärme- und kälte-isolierenden Gefäßen, die vornehmlich zum Transport und Genuss von koffeinhaltigen Flüssigkeiten verwendet werden, auseinandersetze? Das könnt ihr in meinem ersten Beitrag zur Vision von MeinThermobecher.de nachlesen.

Wir widmen dem Thermobecher eine ganze Serie, da wir während der Vorbereitung unseres Thermobecher-Shops dankbar für jede Website, jeden Blog oder einigermaßen vernünftigen Wikipedia-Eintrag zu diesem Thema gewesen wären. Da es aber bisher so gut wie keine frei verfügbaren und gut aufbereiteten Informationen gibt, teilen wir unser Wissen auf diesem Weg gerne mit allen Interessierten.

 

Ein Hinweis in eigener Sache!

 

Diese Reihe ist keine wissenschaftliche Studie. Die Erkenntnisse und Schlussfolgerungen resultieren aus Nächten voller Recherche, Gesprächen mit anderen Thermobecher-Interessierten, Erfahrungswerten und vielen Reisen.

Dies ist der erste inhaltliche Beitrag aus unserer Thermobecher Serie. Mit dieser Serie versuchen wir ein Gesamtbild über den Thermobecher zu zeichnen. Um eine Grundlage zu schaffen, betrachten wir daher zunächst den geschichtlichen Hintergrund.

Zunächst bekommt ihr eine kurze Einführung zu meinen eigenen ersten Berührungspunkten mit Thermobehältern und wie ich selbst auf den Thermobecher gekommen bin.

Danach folgen alle historischen und fakten-basierten Informationen, die ich im Laufe der Zeit recherchiert und zur Verfügung gestellt bekommen habe.

 

Im weiteren Verlauf der Serie werden wir uns dann mit oft gestellten Fragen wie zum Beispiel nach den unterschiedlichen Arten von Thermobechern, den gängigsten Modellen und zu beachtenden Kaufkriterien sowie den Vorteilen eines guten Thermobechers auseinander setzen.

 

Meine Geschichte mit Thermobehältern

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, in der meine Mutter mir eine Thermoskanne (je nach Region auch Thermosflasche genannt) mit Tee zum Schulausflug mit gegeben hat. Was hätte ich nicht alles dafür gegeben zumindest ansatzweise sowas wie einen Thermobecher zu haben. Gegen die grundsätzliche Funktion hatte ich ja nichts, aber diese plastikumhüllten Kannen mit ihrem Plastik-Tassen-Deckel waren wirklich nicht besonders ansehnlich. Und immer der mahnende Hinweis “Nicht hinfallen lassen, sonst geht die Isolierung kaputt!”.

Als IKEA dann auf dem Vormarsch war und man für die Anmeldung im Family-Club eine Thermoskanne aus Edelstahl im minimalistischen schwedischen Design zum besonders günstigen Vorzugspreis bekam … DA näherte ich mich langsam meiner Idealvorstellung von mobilem temperaturerhaltendem Getränketransport an.

Mein Erstkontakt mit Thermobechern

Ich bin Baujahr 1978 und war mit 17 Jahren das erste Mal in den USA. Völlig fasziniert war ich damals unter anderem von der Vielzahl von Thermobechern und -tassen in den unterschiedlichsten Farben und Formen. Jeder hatte mindestens drei oder vier von diesen Dingern mit den verschiedensten Motiven. Überwogen haben damals noch die Motive von denen man möglichst große Stückzahlen produzieren konnte, also die üblichen Verdächtigen aus Sport und Medien und die bekanntesten Marken. Das war mein erster Kontakt mit Thermobechern (engl.: travel coffee mug).

Im Nachhinein ist es auch naheliegend, warum der Thermobecher seinen Siegeszug in Amerika begann:

  1. Die USA sind nun einmal das Land der langen Wege. Wenn man also morgens zur Arbeit fährt, sollte man etwas mehr Zeit einplanen und sich dementsprechend mit Wegzehrung eindecken.
  2. Ohne Auto ist man in Amerika aufgeschmissen. Daher gehen Entwicklungen, die das Fahren langer Strecken erleichtern und das Auto zum zweiten Wohnzimmer machen, in der Regel auf das Konto der amerikanischen Automobil-Industrie. Dazu gehören z. B. der cupholder, Tempomat, Navi, DVD-Player und -Monitor speziell fürs Auto usw.
  3. Kaffee gehört in Amerika einfach dazu. Nicht wie bei uns ein Tässchen zum Kuchen, sondern konsequent in Massen und zu jeder Tag- und Nachtzeit.

Die logische Konsequenz aus den Punkten eins bis drei ist der “travel coffee mug”.

Egal wo ich in den Jahren danach unterwegs war – entweder war das Konzept des Thermobechers einfach nicht existent, ein amerikanisches Import-Produkt oder in Form und Funktion nahezu deckungsgleich mit dem amerikanischen Vorbild.

 

Die Geschichte des Thermobechers aus internationaler Sicht

Unbestritten ist die Tatsache, dass der heutige Thermobecher grundsätzlich auf die klassische Form von Humpen, Bechern bzw. Tassen zurückgeht. Je nach Begriffs-Definition gibt es verschiedene Jahreszahlen die sich auf Funde aus Knochen, Holz, Porzellan usw. beziehen. Ein englischsprachiger Wikipedia-Eintrag verweist zum Beispiel auf Funde die bis in das Jahr 10.000 v. Chr. zurück gehen.

Wann genau der erste Thermobecher „das Licht der Welt erblickte“ ist nach meinem Kenntnisstand jedoch nicht exakt zu bestimmen. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass es keine exakte Abgrenzung der Begrifflichkeiten gibt. Historisch gesehen gab es zunächst den „mug„, dem folgte der „coffee mug„, der zum „insulated coffee mug“ und später zum „travel coffee mug“ weiter entwickelt wurde.

Die amerikanische Sicht

Diane Winans aus Texas, ihres Zeichens Lehrerin für Geschichte, erklärt in ihrem Video-Beitrag, dass der isolierte Kaffeebecher (engl.: insulated coffee mug) im späten 18. Jahrhundert von „Del Mar“ entwickelt wurde. Da sie ihre Quellen nicht benennt, ist es leider schwer diese Feststellung nachzuvollziehen.

Während auch Frau Winans keine fortführende Erklärung zur Weiterentwicklung des isolierten Kaffeebechers hin zum Thermobecher anbietet, sind sich alle Quellen darüber einig, dass das zugrunde liegende Isolier-Prinzip vom schottischen Chemiker und Physiker James Dewar erfunden wurde.

Auf der Suche nach dem ersten Thermobecher verweisen amerikanische Quellen dann in der Regel auf das US-Patent 5,249,703 von Morry Karp ausgestellt am 05. Oktober 1993.

Die internationale Sicht

Das James Dewar erstmalig dokumentiert mit doppelwandigen, evakuierten Metallgefäßen arbeitete, ist allgemein anerkannt. Die Entwicklung begann 1874 mit der Verwendung eines solchen Gefäßes und mündete 1893 in der Erfindung eines aus doppelwandigem, verspiegeltem Glas bestehenden evakuierten Transport- und Lagergefäßes für flüssige Gase (Dewar-Gefäß).

Unabhängig von ihm entdeckte auch der Chemnitzer Professor Adolf Ferdinand Weinhold das Prinzip und beschrieb 1881 eine Vakuum-Mantelflasche in seinem Lehrbuch.

Den ersten Schritt hin zur kommerziellen Nutzung vollzog jedoch der Deutsche Reinhold Burger. Dieser griff die Idee des Vakuummantels auf, erforschte die Nutzung dieses Prinzips und ließ sich die Isolierkanne am 01. Oktober 1903 als Patent DRP-Nr. 170057 registrieren. Nach dem Verkauf des Patentes 1909 an die Thermos AG begann 1920 die Serienproduktion.

Fazit

Zwischen der Serienproduktion der ersten IsolierkanneThermosflascheThermoskanne etc. in Deutschland und dem ersten travel coffee mug in Amerika liegen mehrere Jahrzehnte, ein Weltkrieg und die Industrialisierung der Weltwirtschaft.

 

Trotz intensiver Recherche ist es mir bisher nicht gelungen, exakte Daten für die Entwicklung von der Thermoskanne hin zum Thermosbecher ausfindig zu machen. Natürlich habe ich trotzdem eine Theorie zum zeitlichen Ablauf. Diese werde ich im nächsten Beitrag zu den verschiedenen Arten von Thermobechern einfließen lassen.

Schreibe einen Kommentar